1.Warum befindet sich auf der Gasfeder ein Warnhinweis?
Gasfedern sind mit komprimiertem Stickstoff gefüllt. Die Warnung soll verhindern, dass Unbefugte die Gasfeder öffnen oder andere Veränderungen an der Gasfeder vornehmen, welche die Festigkeit der Druckleitung negativ beeinflussen.
2. Können Gasfedern explodieren?
Nein. Die Druckrohre aller JUTEN Druckrohre sind in ihren Wandstärken und Werkstoffen so bemessen, dass in allen denkbaren Funktionszuständen eine ausreichende Sicherheit gegen Bersten gegeben ist.
3.Womit sind JUTENG-Gasfedern gefüllt?
In JJUTENG-Gasfedern wird ausschließlich Stickstoff als Druckmedium verwendet. Etwa 75 % unserer Atemluft besteht aus diesem Gas. Stickstoff ist absolut sicher und gesundheitlich unbedenklich. Zudem brennt Stickstoff nicht. Im Gegenteil, Stickstoff wird in der chemischen Industrie zur Brandverhütung und zum Löschen von Bränden eingesetzt. Darüber hinaus enthält jede JUTENG-Gasfeder flammhemmendes Öl zur Schmierung der Dichtungen und zur Erzielung bestimmter Funktionen wie Dämpfung oder starrer Verriegelung.
4. Wie hoch ist der Druck in einer Gasfeder?
Der Fülldruck der JUTENG-Gasfedern ist abhängig von der Ausschubkraft und der Geometrie und liegt zwischen 5N und 3000N.
5.Wie funktioniert eine Gasfeder?
In einer Gasfeder wirkt der Fülldruck auf beide Kolbenflächen. Sobald dieser fest mit der Kolbenstange verbunden ist, verringert sich die kolbenstangenseitige Kolbenfläche um den Kolbenstangenquerschnitt. Dadurch entsteht ein Differenzdruck auf den Kolben, der in Ausfahrrichtung wirkt. Die Größe der Kraft [F] ist gleich dem Produkt aus Fülldruck [p] und Kolbenstangenquerschnittsfläche [A]. Es gilt folgende Formel: F = p x A
6. Was ist die Kraft „F1“?
Die „F1-Kraft“ ist die Auslegungskraft von Gasfedern. Diese wird gemessen, wenn die Kolbenstange der Gasfeder 5 mm ausgefahren ist. Dabei ist zu beachten, dass der Messpunkt einer deutlich kürzeren Position mit einer definierten Geschwindigkeit angefahren wird und der Wert der „F1-Kraft“ erst ca. 3 Sekunden nach dem Stillstand des Messgerätes abgelesen wird. Die Messung muss bei 20 °C Gasfeder- und Raumtemperatur erfolgen.
7. Ändert sich die Kraft der Gasfeder beim Verschieben der Kolbenstange?
Ja. Das Innenvolumen der Gasfeder ist nach außen abgeschlossen. Das bedeutet, dass das eingefüllte Gasvolumen nur den freien Raum in der Druckleitung einnehmen kann, der nicht für Bauteile oder Öl benötigt wird. Durch das Einschieben der Kolbenstange verringert sich dieser freie Raum [V] um das eingeschobene Kolbenstangenvolumen. Da bei gleichem Gasvolumen nun weniger Volumen zur Verfügung steht, steigt der Druck [p] in der Gasfeder. Es gilt die Formel: p2 = (V1 / V2) x p1. Der Index [1] entspricht der Kolbenstangenposition vor dem Auslenken und der Index [2] nach dem Auslenken. Aufgrund des Zusammenhangs zwischen der Kraft der Gasfeder und dem Fülldruck kann in dieser Formel auch die Kraft [F] für den Druck [p] eingesetzt werden.
8. Ist es möglich, eine Gasfeder ohne Reibung herzustellen?
Nein. Damit die Gasfüllung nicht aus der Druckleitung entweicht, muss eine hermetische Abdichtung des Gasfederinnenraums, auch an den beweglichen Kolbenstangen, gewährleistet sein. Um eine hermetische Abdichtung zu erreichen, müssen Kolbenstange und Dichtung mit ausreichender Flächenpressung in Kontakt stehen. Durch den Kontakt zweier Körper entsteht stets eine Reibungskraft. Die Dichtung von JUTENG-Gasfedern ist so konstruiert, dass die Kolbenstange bei Bewegung auf der Dichtung gleitet. Die entstehende Reibung wird bei Gasfedern durch eine sorgfältige Auswahl der verwendeten Materialien und Schmierstoffe auf ein Minimum reduziert.
9. Kann die Dämpfung der Gasfeder verändert werden?
Die Dämpfung von Gasfedern lässt sich durch den Einsatz unterschiedlicher Dämpfungsscheiben voreinstellen. Darüber hinaus können spezielle Dämpfungen (z. B. Endlagendämpfung oder Einschubdämpfung) durch die Befüllung mit größeren Ölmengen erreicht werden. Dabei muss ein größerer Widerstand überwunden werden, um das Öl durch den Kolben zu drücken, als wenn Gas durch den Kolben strömt.
10. Wie lang ist der Servicehub einer Gasfeder?
Die allgemeine Lebensdauer von Gasfedern liegt je nach Typ zwischen 10.000 und 50.000 Doppelhüben (1x Ein- und Ausfahren). Bei JUTENG wird die Lebensdauer nach internen Prüfnormen geprüft. Diese Prüfnormen gewährleisten einen optimalen Einbau der Gasfedern. Nach Abschluss der Lebensdauertests toleriert JUTENG nur einen minimalen Leistungsverlust durch entweichendes Gas. Die tatsächliche Lebensdauer einer Gasfeder im Einsatz hängt jedoch von vielen Faktoren ab. Deshalb sollten Gasfedern in der jeweiligen Anwendung unter den realen Bedingungen getestet werden, um eine zuverlässige Aussage über die Lebensdauer der Gasfeder treffen zu können.
11. Soll die Gasfeder mit der Kolbenstange nach oben oder unten eingebaut werden?
Gasfedern sollten grundsätzlich mit der Kolbenstange nach unten eingebaut werden, um die Schmierung der Kolbenstangendichtung zu gewährleisten und den Stickstoffdurchtritt durch die Dichtung zu reduzieren. In Sonderfällen kann jedoch auch der umgekehrte Einbau erforderlich sein, beispielsweise wenn die Gasfeder eine ganz bestimmte Dämpfungscharakteristik erfordert. In solchen Fällen muss die Schmierung der Kolbenstangendichtung durch spezielle Maßnahmen (z. B. Distanzmatte) sichergestellt werden.
12. Muss eine Gasfeder gewartet werden?
Nein. Gasfedern werden werkseitig mit einer lebenslang haltbaren Schmierstoffmenge ausgestattet.
13. Können Gasfedern repariert werden?
Nein. Bei allen Gasfedern und Dämpfern handelt es sich um produktionsbedingte plastische Verformungen der Außenrohre. Dadurch ist es nicht möglich, die Gasfeder zu öffnen und einzelne Komponenten zu tauschen, ohne sie zu zerstören.
14. Wie lange sind die Gasfedern lagerfähig?
Die Lagerung von Gasfedern hat keine negativen Auswirkungen auf deren Funktion, sofern sichergestellt ist, dass die Kolbenstangen nach unten zeigen und sich kein Schmutz auf der Kolbenstange ablagert. Werden Gasfedern längere Zeit nicht betätigt, entsteht lediglich beim ersten Einfahren eine leicht erhöhte Reibung. Dieser Effekt gleicht sich jedoch nach der ersten Betätigung aus, und die Gasfeder weist dann wieder die gewohnten Reibungswerte auf.
15. Hat die Temperatur Einfluss auf die Funktion von Gasfedern?
Ja. Allerdings muss zwischen drei Temperaturbereichen unterschieden werden. Zwischen -40 °C und +80 °C (Betriebsbereich) beeinflusst die Temperatur lediglich den Druck des Gases in der Gasfeder. Zusätzlich beeinflusst die Temperatur das Dämpfungsverhalten der Gasfeder. Durch die steigende Temperatur wird das Öl dünnflüssiger, wodurch sich der Strömungswiderstand des Öls im Kolben verringert. Die Dämpfung nimmt dadurch ab. Ebenso nimmt die Dämpfung mit sinkender Temperatur zu.